Hans-Jürgen Lenhart

1000 Autobusse, 1 Knopf

Eine Hommage an Raymond Queneaus kreatives Meisterwerk „Stilübungen“,

das vor 70 Jahren geschrieben wurde

mit matì oder Jürgen Weiß

Am Anfang steht eine achtzeilige Geschichte über einen unbedeutenden Vorfall in einem Pariser Autobus. Daraus machte der französische Schriftsteller Raymond Queneau in seinem Buch  Stilübungen 1947 ein Meisterwerk, das seinesgleichen sucht. In einem Übermaß an Kreativität erzählte er die banale Ausgangsgeschichte immer wieder neu in allen möglichen stilistischen Varianten, mal als Gedicht, mal als Sprachexperiment, im Dialekt oder vom Blickpunkt eines Nörglers.

Der Schriftsteller Hans-Jürgen Lenhart hat nun eine Art Fortsetzung geschrieben, weil sein eigenes, bisheriges Werk schon immer von Queneaus Stilübungen stark beeinflusst war. Dabei nutzt er nicht nur Vorschläge Queneaus, die der selbst nie umgesetzt hat, sondern ersinnt vor allem neue Möglichkeiten. Er verknüpft sie mit seinem eigenen Werk oder verwendet Fantasiesprachen wie das Starckdeutsch oder das Bitistische und nutzt Sprachentwicklungen, die es 1947 noch gar nicht gab, wie den Rap. Auch führt er das Ganze als Mini-Oper auf. Auch die Zuschauer werden eingebunden. Sie sollen per Los ziehen, was gelesen wird. Als Gast für dialogische Varianten liest der Hanauer Schriftsteller matì von der Hanauer Literaturgruppe ZwanzigZehn e.V. oder Lenharts langjähriger Partner Jürgen Weiß mit. Ein unterhaltsamer Literaturabend dürfte garantiert sein.